Social Software
Unter Social Software werden (Web-basierte) Anwendungssysteme verstanden, die auf Basis neuer Entwicklungen im Bereich der Internettechnologien und unter Ausnutzung von Netzwerk- und Skaleneffekten, indirekte und direkte zwischenmenschliche Interaktion (Koexistenz, Kommunikation, Koordination, Kooperation) auf breiter Basis ermöglichen und die Beziehungen ihrer Nutzer im World Wide Web abbilden und unterstützen (Richter & Koch 2007). Beispiele sind
Weblogs,
Wikis, Social Tagging (-Anwendungen) und
Social Networking Services.
Definition/Unterteilung
Coates (2005) beschreibt Social Software als "Software that supports, extends, or derives added value from human social behaviour".
Eine in der Gruppe von Florian Matthes an der TU München entwickelte und benutzte Strukturierung des Bereichs Social Software ist:
- Unified Communication
- Web 2.0 Anwendungen
Siehe auch die Seite zu
Enterprise 2.0 (Social Software in Unternehmen)
Weitere Information
Charakteristika
Man kann Social Software anhand der Möglichkeiten charakterisieren, welche die Anwendungen bereitstellen. Andrew
McAfee? fasst diese Charakteristika beispielsweise im Wort SLATES (search, links, authoring, tags, extensions, signals) zusammen (
McAfee? 2006). Nachfolgend finden Sie unsere Interpretation der Charakteristika von Social Software, die sehr gut zu den SLATES-Charakteristika von
McAfee? passt (in Klammern sind jeweils die passenden SLATES-Charakteristika angegeben):
- So einfach wie möglich selbst Beiträge veröffentlichen oder Inhalte editieren können ("authoring")
- Durch Tagging einfach strukturierende Metadaten beitragen können ("tags")
- Durch Annotations- und Verlinkungsmöglichkeiten einfach zusätzliche Inhalte und Me-tadaten bereitstellen können ("authoring", "links")
- Durch Abonnierunsmöglichkeiten einfach auf neue Inhalte aufmerksam gemacht werden können ("signals")
- Beigetragene Inhalte einfach auffindbar machen ("search", "tags")
- Modularer, dienstorientierter und datenzentrierter Aufbau der Anwendungen ("extensions")
Social Software und Management
es gibt wenige Chief Knowledge Officer's, die sich im Schulterschluss von IT- und Business Managern damit befassen, den Wertbeitrag von Social Software im Unternehmen zu verstehen und ihn durch entsprechende Managementmassnahmen auch zu erwirtschaften. Untersuchungen und Projekte zur Steigerung der Produktivität von Wissensarbeit werden überwiegend als „nice to have“, aber nicht als geschäftsnotwendig betrachtet. Als Erklärung dafür mag man eine Analyse von Donald Marchand heranziehen, der am IMD Professor für Strategie und Information Management ist. Er schrieb schon 2004 unter dem Titel „Reaping the business value of IT“: Focus on usage, not just deployment, to optimize payback.“ (IMD, Perspectives for Managers, No 114/2004), und diese Lücke in der Managementpraxis ist nach wie vor aktuell: „Realizing IT-Value: A Shared Responsibility between Senior Managers and the CIO“ ist der Titel der IMD Perspectives for Managers, No. 147/2007). Der Wertbeitrag von IT wird nicht durch den erfolgreichen Roll-out der technischen Applikation erwirtschaftet, auf die sich die traditionelle Managementpraxis überwiegend fokussiert, sondern wird davon bestimmt, wie es IT- und Geschäftsverantwortlichen gemeinsam gelingt, die tatsächliche Nutzung von Information, Wissen und IT im Sinne der Geschäftsziele zu gestalten. Diese Aussage trifft auf Social Software noch mehr zu als auf Geschäftssoftware. (http://www.goldwynreports.com/ausgaben/februar08/web20_tauglich.php)
Einführung von Social Software
Um 2.0-Tools in Teams, Abteilungen und in Unternehmen zu verbreiten, braucht es mehrere Entwicklungsstufen (
http://www.goldwynreports.com/ausgaben/februar08/web20_tauglich.php):
- Aufklärung: Nur was man kennt, kann Anwendungsinteresse wecken
- Können: die höhere Kunst in der Anwendungskompetenz ist gefordert
- Motivation: Wollen und Dürfen die Mitarbeiter überhaupt?
In der April 2008 Ausgabe der KM World (
http://www.kmworld.com/Articles/Column/From-The-Editor/Web-2.0-here-for-good-41345.aspx) sind als die von Gardner als wichtigsten identifizierten Herausforderungen zur Einführung von Social Software in Unternehmen genannt:
- 1. Overcoming Cultural Barriers
- 2. Managing Personal and Professional Time
- 3. Ensuring Privacy
- 4. Governing Participant Behaviors
- 5. Delivering Business Value
Beispiele
Beispiele zu aktueller Social Software fassen wir zusammen mit Beispielen zu aktueller
Groupware unter dem Topic
CSCW Software zusammen.
Semantic Social Software
Während das
Web 2.0 mit
SocialSoftware in Verbindung gebracht wird, wird von vielen Aktivisten das "Web 3.0" als ein "Semantisches Social Web" propagiert - d.h. die Verbindung von Social Software mit Konzepten aus dem Semantic Web, z.B. in der Form von